Samstag, 9. Januar 2016

Im Gespräch mit Annemarie - My talk with Annemarie

Hallo Mädels,

heute ist Samstag und Samstag bedeutet bei mir: "Interview-Zeit".

Dieses Mal möchte ich mich ganz herzlich bei Annemarie bedanken, daß Sie mir so offenherzig mit Ihren Worten und tollen Antworten zur Seite stand.

Mehr über Sie findet Ihr hier:

Blogname: "Meine Kleider"
Blog-Link: Klick mich 


Weitere Interviews:
Sabine Gimm - Bling Bling Over 50: klick mich
Ela - elablogt: klick mich
Sunny - Sunnys-Side-of-Life: klick mich
Nadine - Nadine´s Crossdressing Abenteuerklick mich
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Eva - Maegs Beauty Diary: klick mich


ALLGEMEINES:
01 - Wie geht es Dir heute?
Bisschen genervt, weil mein Internetzugang derzeit etwas spinnt / instabil läuft.

02 - Wie startest Du morgens in den Tag?
Zum Kaffee (mit Milch, ohne Zucker) erst einmal E-Mails lesen und in Facebook reinschauen, um zu checken, was zwischenzeitlich so passiert ist. Dann noch ein kurzer Blick ins "Ü30 Blogger-Forum" und anschließend ab unter die Dusche.

03 - Über was hast Du dich zuletzt richtig gefreut?
Dass es meiner Mum gesundheitlich wieder besser geht.

04 - Und über was so richtig geärgert?
Siehe 01. Mein USB-Stick (die Notlösung für unterwegs) ist übrigens auch hinüber...

05 - Wie motivierst Du dich, wenn Du dich mal "down" fühlst?
Meinst Du in beruflicher Hinsicht? Das muss ich nicht. Ich habe ein ziemlich ausgeprägtes Pflichtgefühl und denke dass man als Gegenleistung zum Gehalt auch eine gewisse Leistung von mir erwarten kann. D.h. ich gebe in der Regel mein Bestes (sofern ich nicht krank bin oder man mich "sehr" ärgert...).
Privat? Zum Sport etwa? Ähm... gar nicht? ;-)

06 - Wobei kannst du so richtig gut abschalten?
Lesen (hauptsächlich Unterhaltungsliteratur, SF z.B.), Filme schauen. Zeichnen und programmieren können mich in eine Art "Flow" versetzen, der mich alles um mich herum vergessen lässt.

07 - Welche "ToDo´s" hast Du noch auf deiner Liste stehen? Und warum schaffst Du es nicht, diese zu erledigen?
Oh je, einiges. Da meine Mutter im Dezember krank war und ich deshalb häufig bei ihr vor Ort, ist zuhause tatsächlich einiges liegengeblieben. U.a. möchte ich ein paar Verträge kündigen (z.B. meinen völlig überteuerten Handyvertrag, Domains, die ich nicht mehr benötige usw.). Außerdem plane ich noch einiges aus meinem Kleidungsbestand bei Ebay (oder auf dem Flohmarkt, weiß noch nicht so genau) zu verkaufen.

08 - Was ist das erste das Du tust, wenn Du nach einem langen und anstrengendem Arbeitstag nach Hause kommst?
Meinen Rucksack in die Ecke pfeffern, dann Schuhe aus ;-) Zumindest jetzt im Winter. Im Sommer mache ich gelegentlich noch Outfitfotos direkt nach der Arbeit - und danach erst "Schuhe aus".

09 - Bist Du eher ein "Partytier" oder ein "Stubenhocker"?
In jüngeren Jahren definitiv ein Partytier. Mittlerweile ist es deutlich weniger geworden. Das liegt aber vor allem daran, dass es für Leute in meiner Altersgruppe relativ wenig passende Ausgehmöglichkeiten hier in Karlsruhe gibt - Karlsruhe ist eine "Studentenstadt" und die meisten Lokalitäten sind deshalb auf ein Publikum unter 30 ausgerichtet.

10 - Interessierst Du dich für Kultur - wie Theater, Museen, Konzerte,...?
Definitiv. Es gibt hier sogar ab und zu interessante Ausstellungen. Habe aber bisher noch niemanden gefunden, der/die mich dazu begleiten würde. Deshalb passiert in der Hinsicht bei mir gerade nicht sehr viel. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

11 - Wenn du dich in drei Worten beschreiben sollst – welche sind das?
Oh je... so eine Selbstbeschreibung finde ich schwierig. Man ist ja nicht gerade objektiv, was einen selbst betrifft. Vielleicht selbständig, eigensinnig, intelligent.


MODE:
12 - Kannst Du dich noch erinnern, wann Mode ein wichtiger Bestandteil für Dich wurde?
Ich bin ein "modischer Spätzünder" – jedenfalls war ich keines dieser kleinen Mädchen, die ihrer Mutter mitteilten, was sie zum Kindergarten anziehen wollten. Interesse an Mode/Kleidung kam bei mir erst in meinen Teenagerjahren auf. Leider konnte ich mir damals wenig leisten (und meine Eltern sahen diesbzgl. auch null Priorität), so dass ich - zunächst - aus "lauter Not" einen eigenen Stil entwickelte, der hauptsächlich aus 2nd-Hand-Kleidung bestand. Da wurde dann z.B. regelmäßig der Speicher nach "alten Schätzen" durchwühlt oder es wurden alternativ Klamotten mit den Freundinnen getauscht, um etwas Abwechslung in die Garderobe zu bringen.

13 - Experimentierst Du gerne mit Mode herum, oder bleibst Du deinem Modestil treu?
Einerseits experimentiere ich sehr gerne und lasse mich dabei von allem möglichen um mich herum inspirieren. Ich glaube, ich bin schon ziemlich "modemutig" und gehe bewusst auch mal das Risiko ein, mit einem Outfit möglicherweise bei meiner Umwelt anzuecken. Andererseits habe aber auch ich meine "Alltime-Favourites" im Kleiderschrank. Ist wohl ein Mix aus Bewährtem und Neuem.

14 - Wie würdest Du deinen Modestil bezeichnen?
Wahrscheinlich gelte ich unter den deutschsprachigen Modebloggerinnen meiner Altersgruppe als eine der wenigen "Exzentrikerinnen". Ich höre jedenfalls öfter, dass mein Stil "polarisiert", sogar noch weitaus öfter außerhalb des www. Davon abgesehen mag ich Filmkostüme und ganz allgemein die Mode vergangener Jahrzehnte; vieles geht bei mir also in Richtung "Retro", wobei ich mich keineswegs auf ein bestimmtes Jahrzehnt beschränke. Es freut mich, wenn ich andere inspirieren kann, modemutiger zu werden und (auch mal) etwas Neues auszuprobieren. Ich denke ja immer "Es ist wie auf einer Tanzfläche. Irgendwer muss den Anfang machen, dann trauen sich auch irgendwann die anderen" ;-) Aber es ist genauso schön, wenn ich es schaffe, mit meinem Blog einfach nur zu unterhalten.

15 - Wie wichtig ist dir das Tragen von bekannten Mode-Marken - oder darf es auch "No-Name-Mode" sein?
Absolut unwichtig. Mir ist ein "No-Name-Teil" genauso lieb wie ein Designerstück, wenn Design und Qualität für mich in Ordnung sind. Wobei mir persönlich eine mittlere Qualität ausreicht, weil einzelne Kleidungsstücke aufgrund der vorhandenen Quantität ohnehin nicht besonders häufig belastet werden (von Basics – die ich ständig trage/kombiniere - mal abgesehen).

16 - Nerven Dich neue Mode-Trends oder interessieren diese Dich?
Interesse ist absolut vorhanden, sogar Großes. Allerdings bin ich manchmal etwas enttäuscht zu sehen, dass es so wenig wirklich Neues gibt (ist alles schon einmal dagewesen, oder?)

17 - Was denkst Du, welcher Mode-Farbton am besten zu Dir passt?
Laut Farbberater bei der VHS bin ich ein Sommertyp und damit stehen mir angeblich nur "Pastelltöne". Ich bin jedoch gegenteiliger Meinung - mag starke Kontraste an mir, weil ich finde, dass sie mich weniger blass und leblos erscheinen lassen. Sagte ich schon, dass ich eigensinnig bin? ;-)

18 - Welche Kleidungsstücke kombinierst Du am liebsten?
Oh... muss ich wirklich auf irgendetwas einschränken? Ich trage genauso gerne Hosen wie Röcke und Kleider. Mir gefällt die Abwechslung.

19 - Was ist für Dich ein "modisches NO-GO"?
Leggings als Hose getragen (übrigens noch nicht einmal an schlanken Frauen!). Oder diese Hüfthosen, die um die Jahrtausendwende "in" waren (wo dann gerne mal der "Muffin" oben herausquoll), so etwas sehe ich überhaupt nicht an mir. Außerdem mag ich keine Kleidungsstücke, die mit Details überladen sind, also z.B. Oberteile mit Perlen UND Spitze UND Leomuster usw. Schon allein deshalb nicht, weil man solche Teile schlecht(er) kombinieren kann. Hingucker? Gerne doch! Aber bitteschön nur ein Hingucker pro Teil, nicht alles auf einmal.

20 - Und auf welches Kleidungsstück kannst Du überhaupt nicht verzichten?
Alltimefavourites sind z.B. Budapester (egal ob gerade modern oder nicht), schwarze Stiefeletten mit mittelhohem Absatz - weil die zu so vielem passen (Rock, Hose, alles geht!). Jetzt im Winter mein langer schwarzer Wollmantel und wenn es richtig kalt wird meine dicke grüne Daunenjacke aus der Herrenabteilung von Gap (absolut unsexy, aber dafür hält sie auch bei Eiseskälte schön warm!).

21 - Wie wichtig ist Dir die Meinung anderer bezüglich Deines Kleidungsstils?
Im Zweifel trage ich was "ich" will (unabhängig von der Meinung anderer). Aber es ist auch nicht so, dass mich Komplimente - insbesondere von Leuten, deren Stil ich schätze - absolut kaltlassen. Teilt mir eine solche (geschätzte) Person auch mal mit, dass etwas an mir unvorteilhaft sitzt, dann denke ich durchaus darüber nach, ob sie recht haben könnte. Wenn ich jedoch von Menschen kritisiert werden, deren Geschmack ich (offensichtlich – wenn ich mir ihren eigenen Stil so anschaue) nicht teile, nehme ich mir von deren Kritik wenig bis gar nichts an. Ich differenziere also stark danach, wer(!) was sagt.

22 - Wie stehst du zu "DIY" (Do it yourself)?
Ich bewundere und beneide Menschen, die diesbzgl. begabt sind (z.B. Heidi). Selbst etwas zu nähen (z.B.) dafür war ich als junge Frau einfach zu ungeduldig (und deshalb nicht sorgfältig genug – da kam nichts Gescheites bei raus...). Wenn ich nähen könnte (oder jemanden hätte, der "für lau" für mich nähen würde, kleiner Scherz ;-)), dann würdet Ihr noch ganz andere Outfits an mir sehen! Ideen hätte ich jedenfalls genug! - tatsächlich träume ich sogar manchmal von Mode und ärgere mich, dass ich sie maximal zeichnen, aber nicht realisieren kann. Aber - wie es der Zufall will - werde ich dem Nähen (dank Heidi) in nächster Zeit eine zweite Chance geben.

23 - Wo kaufst Du vorwiegend Deine Mode - im Geschäft oder Online?
Seit ich in Karlsruhe wohne fast ausschließlich online. Das Warenangebot hier in der Stadt reicht mir nicht aus - bin von Düsseldorf wesentlich mehr Auswahl gewohnt. Es fehlen einfach die "guten" Geschäfte bzw. die, die es gibt, bieten nur ein sehr eingeschränktes Sortiment an. Selbst das Angebot an 2nd-Hand ist eher mau... Online dagegen kriegst Du (fast) alles, also: Online!

24 - Was hältst Du von Second Hand-Mode?
Wie schon erwähnt - ich habe diesbzgl. kaum Berührungsängste. Habe einige wunderbare Stücke in meinem Bestand, die ich mir "regulär" vermutlich niemals hätte leisten können. Außerdem hat 2nd-Hand häufig den Vorteil, etwas zu besitzen, was nicht jede(r) hat. Nur vor Unterwäsche oder (sichtbar) getragenen Schuhen bin ich fies... soweit geht meine 2nd-Hand-Liebe dann doch nicht.

25 - Trägst Du gerne Strumpfhosen oder findest Du diese lästig?
Genauso könntest Du mich fragen, ob ich gerne dicke Wintersocken trage. Solche Kleidungsstücke sind für mich ausschließlich Mittel zum Zweck  - welcher z.B. darin besteht im Winter nicht zu frieren. Also mit "gerne" hat das nur in der Hinsicht zu tun, dass es seinen Zweck erfüllt - was mich natürlich freut :-)

26 - Was war Dein bisher teuerstes Kleidungsstück - und was hat es gekostet?
Was ich selbst gekauft habe? Weiß ich gar nicht mehr. Vielleicht 200 Euro? Was ich an Designermode besitze, stammt fast ausschließlich aus zweiter Hand, d.h. ich habe es natürlich wesentlich günstiger gekriegt als zum Originalpreis. Die restlichen (wenigen) teureren Stücke sind in der Regel Geschenke.

27 - Kannst Du sagen, wie viel Geld Du im Monat für Kleidung ausgibst?
Weiß ich auch nicht so genau. Definitiv zu viel. Ich nehme mir immer wieder vor, meine Ausgaben diesbzgl. zu reduzieren (denn ich besitze ja nun wirklich satt und genug!), aber dann kommt (wie kürzlich gerade wieder!) der Sale und ich kann es einfach nicht lassen, mich zumindest einmal umzuschauen. Um dann immer wieder festzustellen, dass meine Garderobe wohl doch noch nicht komplett ist! ;-)

28 - Dein Kleiderschrank ist zu voll - was machst Du mit "überflüssiger" Mode?
Also erst einmal: Dass der Schrank voll ist, heißt nicht, dass irgendetwas "überflüssig" ist. Ich besitze fast ausschließlich tolle Sachen! D.h.: Eigentlich habe ich keineswegs zu viel Kleidung, sondern einfach nur zu wenig Platz!!! Davon abgesehen (weil das Platzproblem nun einmal unleugbar ist): Früher habe ich viel zu Oxfam gebracht. Derzeit würde ich gerne ein paar Teile (über Ebay z.B.) zu Geld machen. Aber ich kann mich gerade nicht aufraffen (bügeln, fotografieren, das ganze Bohei halt...). Vielleicht versuche ich es 2016 mal mit H&M, die nehmen ja angeblich auch gebrauchte Kleidung an. Dafür gibts dann zumindest einen Rabattgutschein...

29 - Hast Du bestimmte Vorstellungen (wenn Du noch ledig bist), wie Dein Brautkleid aussehen sollte?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in diesem Leben noch heirate. Aber in der Theorie fände ich ein fließendes Kleid im 30er Jahre Stil schön oder alternativ einen weißen Smoking (a lá Marlene Dietrich).

30 - Würdest Du gerne mal als Model an einer Modenschau teilnehmen?
Klar, wenn man mich denn wollen würde. Jedoch fürchte ich, das wird nichts - zum einen, weil ich keinen schönen Gang habe (ich "hüpfe" und kann es mir leider nicht abgewöhnen). Außerdem verfüge ich nicht gerade über Standardproportionen (Taille 36, Hüfte 40/42...) und wäre allein schon deshalb ungeeignet.

31 - Folgendes Szenario: Dein Partner schenkt Dir ein Kleidungsstück, das aber in deinen Augen ein Fehlkauf ist - wie reagierst Du?
Ich würde ihm das ganz offen und ehrlich mitteilen. (U.a.) was meinen Kleidungsstil betrifft, lasse ich mir nur sehr wenig reinreden. Will mir ein Mann (oder überhaupt irgendjemand) etwas aufdrängen, von dem er weiss(!), dass ich es nicht mag, wäre ich möglicherweise sogar etwas verärgert. Andernfalls (wenn wir davon ausgehen, es geschieht aus Unwissenheit) würde ich es ihm natürlich etwas freundlicher mitteilen. Und fürs nächste Mal weiß er dann hoffentlich Bescheid :-)

32 - Welchen Modestil findest Du an Männern toll?
Ich bin diesbzgl. etwas schizophren, denn ich bevorzuge tatsächlich zwei gegensätzliche Extreme: Einerseits begeistern mich natürlich die Paradiesvögel, die sich modisch so richtig etwas trauen, andererseits gefallen mir aber auch Männer im klassischen, eleganten Anzug, d.h. regelrecht „spießig“, sehr gerne auch ein wenig "retroinspiriert". Alles zwischen diesen beiden Extremen - genaugenommen der "modische Mainstream" - langweilt mich (wir sprechen  hier natürlich ausschließlich über Kleidung).

33 - Vor einiger Zeit berichtete ich auf meinem Blog, dass die Mode-Industrie auch gerne Männer in Leggings "stecken" würde. Findest Du, dass Leggings zu Männern passen würden?
Gegenfrage: Mit langem Oberteil darüber oder kurzem? Nun, bei letzterer Variante dürfte es einiges (bisher verborgenes) zur Schau stellen. Gut, warum nicht. Macht mal! Ich bin ja grundsätzlich neugierig ;-)
Aber ich schätze, die meisten Männer würden da ohnehin nicht mitmachen (es sei denn, sie hätten eine Wette verloren ;-)).


MAKE UP/PFLEGE:
34 - Passt Du (farblich) Dein Make Up auf deine Kleidung an?
Wenig. Ich bevorzuge eher neutrale Farben, von denen ich nur selten abweiche. Passend zum Outfit wechselt maximal die Farbe des Lippenstifts.

35 - Wie wichtig ist Dir überhaupt Make Up zu tragen?
Ohne mein "Standardprogramm" fühle ich mich blass und kontrastlos, deshalb ist z.B. schwarze Wimperntusche bei mir Pflicht. Außerdem wird frau ja nicht jünger und versucht sich in "Schadensbegrenzung" z.B. mithilfe von Camouflage und Concealer.

36 - Schminkst Du dich jeden Tag, oder nur zu bestimmten Anlässen?
Mein "Standardprogramm" gibts jeden Morgen - dabei muss es aber schnell gehen (d.h. keine Zeit für Experimente). Zu bestimmten Anlässen darf der Aufwand bei mir auch mal größer sein.

37 - Wie lange dauert es, um Dein Make Up aufzutragen?
Normalerweise vielleicht so 10 Minuten? Ein "größeres" Makeup kann aber auch schon einmal eine Stunde oder länger dauern. Ich schminke manchmal Youtube-Makeup-Tutorials nach, z.B. von Kandee Johnson. Das, was sie macht, fällt in meinen Augen allerdings fast schon unter „Kunst“ und nicht mehr unter „Makeup“.

38 - Was bevorzugst Du: Lipgloss oder Lippenstift?
Definitiv Lippenstift, an Lipgloss kleben mir ständig die Haare fest (da reicht schon ein Windstoss!) - und das nervt!

39 - Wie würdest Du deinen Make Up-Stil bezeichnen?
Keine Ahnung, ob man das betiteln kann. Ich persönlich nenne es einfach nur "Schadensbegrenzung" ;-)

40 - Wie oft wechselst Du deine Frisur?
So gut wie nie. Meine Haare wachsen super langsam, deshalb wage ich keine Experimente. Denn das könnte darauf hinauslaufen, dass ich die nächsten 5 Jahre mit dem - schlimmstenfalls misslungenen - "Experiment" herumlaufen „darf“... Außerdem glaube ich, dass eine relativ neutrale Frisur und Haarfarbe am besten meinen Kleidungsstil ergänzt – einfach weil sie recht flexibel ist.

41 - Pediküre & Maniküre - gehst Du dazu in ein Nagelstudio?
Nö. Ersteres könnte ich mir in Zukunft jedoch vielleicht mal vorstellen (eine Freundin schwärmt permanent davon); letzteres habe ich vor Jahren ausprobiert - und festgestellt: Das ist nichts für mich. Wenn man einmal damit anfängt, muss man ständig nachbessern lassen... Und dafür habe ich weder die Zeit noch Lust. Wenn überhaupt, dann mache ich das selbst.

42 - Was sind deine bevorzugten Pflegeprodukte (Cremes, Öle, Lotions,...)?
Meinst Du Marken oder Typen? Ich beziehe das jetzt einfach mal auf Marken, ok? Ich mag z.B. Dermalogica. Jedoch sind mir deren Produkte leider meist zu teuer, so dass ich aktuell bis auf ein Hautöl für die Nacht nichts davon besitze. Außerdem schätze ich die Ampullen der Eigenmarken von Rossmann und von Mueller, welche glücklicherweise auch noch recht preiswert zu haben sind.

43 - Wie sieht für Dich ein entspannter Wellness-Tag aus?
Puh, mit Wellness kann ich ehrlich gesagt nicht soviel anfangen. Ab und zu kommt mal eine Maske ins Gesicht, wenn ich meine, dass die Haut das mal wieder nötig hat.  Ein Vollbad (mit luxuriösen Badekugeln von Lush) wäre auch mal wieder was, aber ich besitze derzeit leider keine Badewanne.
Davon abgesehen bin ich aber jemand, der sich schrecklich langweilen würde, wenn er den ganzen Tag in einem Spa herumliegen müsste, ohne dabei irgendetwas zu tun (fand schon früher das „Braten“ unterm Solarium immer sterbenslangweilig! Und dachte permanent „wann ist die Zeit endlich um???“)


BLOGGEN:
44 - Wie kamst Du das erste Mal mit dem Bloggen in Berührung?
Wie bei Sunny wars auch bei mir zunächst im beruflichen Kontext. Ich hatte die Aufgabe, die Blogs für einige Redakteure technisch einzurichten und dachte mir damals "das (Bloggen) könntest Du ja auch mal selbst ausprobieren".

45 - Was war Dein Motiv einen Blog zu starten?
Lust zum Schreiben (und zwar nach meinem eigenen Gusto). Davon abgesehen war der Modeblog anfangs eine Art kreativer Ausgleich für einen eher unerfüllenden Job (den ich damals leider hatte).

46 - War es schwer für Dich in der Blogger-Welt Fuß zu fassen?
Als ich 2011 startete, fühlte ich mich in meiner Altersgruppe mehr oder weniger allein auf weiter Flur. Kam mir mit meinem neuen Hobby fast schon etwas infantil vor und nannte mich deshalb selbstironischerweise die "Modeoma" (weil: ca. 3 x so alt wie alle anderen Bloggerinnen - zumindest in DE). Mit der Zeit lernte ich jedoch viele weitere Bloggerinnen über 30 kennen, so dass sich mein erster Eindruck bald änderte. Zwar sind wir „Oldies“ nach wie vor eine Minderheit, aber ich schätze mal, den 3-stelligen Bereich dürften auch wir mittlerweile überschritten haben.

47 - Was motiviert Dich dazu, deinen Blog zu führen?
Ohne die Bloggerei würde ich den Austausch mit den anderen Bloggerinnen (und Leserinnen) vermissen. Davon abgesehen ist Mode einfach mein Hobby und es ist doch schön, besonders gelungene Outfitkompositionen (in Form der Fotos) für die Zukunft festzuhalten. Auf diese Weise sind sie weniger flüchtig und vergänglich. Nebenbei ist es für mich so eine Art „Archiv“.

48 - Wie schaffst Du es neben deinen täglichen Beschäftigungen deinen Blog zu führen?
Schaffe ich nicht. Ich kümmere mich fast ausschließlich an den Wochenenden um meinen Blog. Gerade jetzt im Winter ist z.B. Fotografieren weder vor, noch nach der Arbeit möglich (ist zu düster hier). In den letzten Wochen war ich selbst an den Wochenenden so gut wie nie zuhause, deshalb ist es bei mir auf dem Blog gerade auch sehr ruhig. Habe zur Zeit auch so gut wie nichts "vorproduziert", so dass es 2016 vermutlich ein paar Wochen dauern wird, bis es bei mir wieder richtig anläuft.


CROSS-DRESSING:
49 - Wusstest Du bevor Du auf meinen Blog kamst, was ein Crossdresser ist?
Ja.

50 - Kennst Du noch andere Crossdresser - vielleicht sogar persönlich?
In Düsseldorf gab es mal eine kleine Kneipe, geführt von einer Transsexuellen (ich hoffe, es ist die korrekte Bezeichnung, jedenfalls hatte er/sie OPs und Hormonbehandlungen, lebte also als Frau). Das Publikum bestand entsprechend größtenteils aus dessen Gleichgesinnten. Darunter welche, die ständig als Frau lebten, aber auch solche, die sich ausschließlich zum Ausgehen entsprechend aufbrezelten, quasi ein Doppelleben führten – dies teilweise sogar vor ihren Ehefrauen verborgen. Wie auch immer: Da die Lokalität damals bei mir quasi "ums Eck" war und die Gäste  recht locker und tolerant (und das obwohl ich eine "Biofrau" bin!), bin ich dort gelegentlich ganz gerne hingegangen. Leider wurde die Kneipe irgendwann aufgegeben und durch eine dieser "Standard-Hippster-Läden" ersetzt, ziemlich traurige Sache das (von wegen "Vielfalt" in der Gastronomie...).

51 - Hast Du Verständnis dafür, dass Männer offen Ihre feminine Seite zeigen - oder sollten Männer, Männer bleiben?
Du meinst in Bezug auf das optische Erscheinungsbild, nicht wahr?
Also: Wenn ich mir so anschaue, welche "Vielfalt" die Männermode (etwa) seit den letzten 25 Jahren so bietet, kann ich verstehen, wenn Männer "mehr" wollen als dieses angepasste Einerlei. Ich würde mich mit dieser eingeschränkten Auswahl vermutlich ebenfalls schnell langweilen. Wenn man es mit den Freiheiten und Möglichkeiten vergleicht, die wir Frauen heutzutage so haben (was Mode betrifft!), dann ist das schon ziemlich ungerecht.
Ob ich als Mann allerdings versuchen würde, wie eine Frau auszusehen, bezweifle ich. Nur ein kleines theoretisches Gedankenspiel: Wäre ich ein Mann so wäre ich am liebsten ein "Paradiesvogel" in etwa wie Brian Jones oder der junge David Bowie. Also exzentrisch, verspielt und (mode)mutig, zwar mit Anleihen aus der Damenmode, sogar ein wenig androgyn, aber doch immer noch ein Mann. Aber zugegeben, ohne sich (zumindest teilweise!) an der „Damenmode“ zu bedienen, würde selbst so ein Stil heutzutage gar nicht mehr möglich sein. Eben aufgrund des beschränkten Angebots.

52 - Aus Deiner Sicht als Frau gesehen: was glaubst Du, warum Männer sich zu femininen Dingen hingezogen fühlen?
Da kann ich nur raten. Vielleicht aus dem unter 51 bereits genannten Grund: Der Versuch aus den Beschränkungen der Männermode auszubrechen. Das wäre wie gesagt etwas, was ich durchaus nachvollziehen könnte.
Weniger verstehen kann ich allerdings den Wunsch, tatsächlich eine Frau sein zu wollen. Das Leben als Frau ist doch nicht unbedingt leichter - z.B. im Berufsleben. Dank der Emanzipation ist es in den vergangenen Jahrzehnten zwar deutlich besser geworden (ich hoffe das bleibt auch so!!!), aber ich glaube nichtsdestotrotz dass man es als Mann (auch heutzutage noch) in mancher Hinsicht leichter hat. Nehmen wir z.B. das Thema "Alter": Als Mann über 40 gilt man in der heutigen Gesellschaft durchaus (noch) als attraktiv - vorausgesetzt man bringt beruflichen Erfolg oder/und ein gewisses Charisma mit. Als Frau über 40 bist Du dagegen einfach nur alt, da kannst Du noch so erfolgreich oder/und charmant sein, völlig egal! (in den Augen der Gesellschaft – insbesondere des anderen Geschlechts - wirst Du mehr und mehr "unsichtbar" – auch wenn wir es vielleicht nicht wahrhaben wollen). Das war jetzt übrigens nur EIN Beispiel.
Und deshalb kapiere ich nicht, wieso "mann" sich unbedingt "verschlechtern" will - von der geringen Vielfalt in der Herrenmode (wie gesagt) einmal abgesehen.

53 - Männer in Frauenkleidung - passt das für Dich zusammen?
Wem's Spaß macht, der soll's machen. Wenn's gut gemacht (z.B. geschminkt) ist, kann ich es durchaus (unter künstlerischen/kreativen Aspekten) bewundern. Sexy finde ich es allerdings eher nicht, bin halt eine Hete.

54 - Kannst Du Dir vorstellen, daß man sich als Crossdresser jemals in eine Frau hineinversetzen könnte?
Ehrlich gesagt, nein. Denn die äußere Verpackung ist nun einmal nicht alles. In einzelne Aspekte des Frauseins vielleicht schon - jedoch niemals zu 100 %. Allein schon weil der Hormonhaushalt ein völlig anderer ist (z.B. der "Spaß" 1 x im Monat...); ein weiterer Grund ist das Rollenverständnis auf das man in seiner Kindheit durch Erziehung sowie anschließend durch jahrelange Erfahrungen geprägt wurde. Dies ist nun einmal (meistens!) ein anderes.

Aber ganz ehrlich: Ein wenig kann ich den Wunsch nach dem „sich-hineinversetzen-wollen“ verstehen. Ich wäre auch gerne mal für einen Tag(!) ein Mann (aber nicht verkleidet, sondern richtig!). Und zwar aus reiner Neugier, um zu sehen, wie man sich als Mann so fühlt. Verkleidet als Mann habe ich mich übrigens schon mehrfach, aber nur zu Karneval oder zu Mottopartys, das hat schon Spaß gemacht (vor allem das Schminken). Auch wenn bedauerlicherweise kein einziger Mann mit mir flirtete ;-) siehe z.B. klick mich

55 - Gibt es noch Punkte, die Du über das Cross-Dressing oder Crossdresser wissen möchtest?
Jetzt ganz gezielt gerade nicht. Außer vielleicht - siehe Punkt 52.


Kommentare:

  1. Annemarie, dein Make-Up ist doch nicht schadensbegrenzung *lol* ich finde das sieht immer top aus.
    Interessant finde ich auch, dass du modisch ein Spätzünder warst. Ich hätte ja gedacht du wärst als Baby schon modisch und innovativ gewesen.
    Schön, heute wieder ein Stück mehr über dich erfahren zu haben. Liebe Grüße Ela

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  2. Sehr schön, freut mich sehr auch Dich, Annemarie hier zu finden.
    Wobei ich mir wie Ela nicht vorstellen kann, welcher Schaden bei Dir mit Makeup zu begrenzen wäre. *kopfschüttel*
    Du gehörst zu den hübschesten Frauen die ich "kenne", wenn auch nur virtuell.
    Deine Anwort zum Thema Wellness hätte auch von mir stammen können.
    Mir ist das ganze Saunen und Ruhen einfach zu öde. Ich werde in null komma nix so unleidig, da hat kein anderer mehr was davon. Ich bin dafür zu ungeduldig. Und außerdem muss ich da dann irgendwas tun. Wenn ich nichts tun will, dann schlafe ich. Da reicht ein Bett.
    LG Sunny

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  3. Das war spannend zu lesen liebe Annemarie. Ich sehe es genau so wie Ela. Als Schadensbegrenzung würde ich dein Make-up nicht betrachten. Ich bin ebenfalls ein Spätzünder in Sachen Mode. Deinen Stil finde ich jedenfalls sehr cool :)

    LG Sabine

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  4. Hach Annemarie Du siehst top aus. Schadensbegrenzug, lol .
    Tolles Interview. Danke euch Beiden.
    liebe Grüße Tina

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  5. Ein großartiges Interview, danke Euch Beiden!
    Annemarie war eine der ersten deutschen Ü30-Bloggerinnen, die ich im www entdeckt habe und die mich durch ihren ungewöhnlichen, manchmal extravaganten Stil fasziniert hat (das tut sie noch immer).
    Schön, hier mal zu ganz verschiednenen Themen von Dir zu lesen, Annemarie.
    Lieben Gruß
    Sabine

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  6. Schön zu lesen, herzlichen Glückwunsch euch beiden. Aber liebe Annemarie du stapelst mal wieder tief bei deinem Make Up.
    LG Petra
    www.zeitlos-bezaubernd.de

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  7. Wunderbares Interview, liebe Annemaria! Und natürlich auch liebe Jennifer!
    Bei der Schadensbegrenzung beim Make-up musste auch ich schmunzeln ... das trifft bei mir hunderttausendmal eher zu als bei Dir! ;-))

    Liebe Grüße,
    Nadine

    http://nadinecd.blogspot.co.at

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